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Burkina Faso: Sechs Christen in zwei Wochen entführt

Immer mehr gewaltsame Übergriffe in dem einst toleranten Land

(Open Doors, Kelkheim) – In Burkina Faso sind am vergangenen Sonntag, dem 3. Juni, ein Pastor und drei seiner Familienmitglieder unter bislang ungeklärten Umständen entführt worden. Erst vor zwei Wochen kam es zu einem ähnlichen Zwischenfall, bei dem ein Pastor gemeinsam mit seiner Frau entführt wurde. In der Gegend sind militante Islamisten aktiv.

Symbolbild: Dorf in Burkina Faso
Symbolbild: Dorf in Burkina Faso

Islamisten üben immer mehr Druck aus

Der jüngste Zwischenfall ereignete sich in dem Dorf Bilhore, das zu der Provinz Soum im Nordosten des Landes gehört. Bei den Entführten handelt es sich um Pastor Pierre Boena, seinen Sohn, seine Schwiegertochter sowie seine Enkeltochter. Die frühere Entführung am 20. Mai geschah 40 km von Bilhore entfernt in dem Dorf Arbinda. Beide Orte liegen im Grenzgebiet zu Mali, das als Brennpunkt islamistischer Aktivitäten in der Region gilt. Seit Anfang 2017 haben mutmaßliche Islamisten im Norden Burkina Fasos Schulen niedergebrannt und Lehrer unter Druck gesetzt, anstelle der französischen Sprache Arabisch zu lehren und den Islam zu unterrichten. In diesem Zeitraum wurden 216 Schulen geschlossen, mehrere Lehrer und Schüler wurden getötet.

Christen geraten verstärkt ins Visier

Die Entführungen der beiden Geistlichen haben unter den Christen Verunsicherung und Angst ausgelöst. Burkina Faso galt lange Zeit als beispielhaft für ein tolerantes Zusammenleben unterschiedlicher Religionen. Über 60 % der Bevölkerung sind Muslime, doch auch die Christen bilden mit ca. 20 % eine große Gruppe, ca. 15 % sind Anhänger traditioneller Religionen.

Seit dem Jahr 2015 sind in dem Land nach Angaben der Nichtregierungsorganisation International Crisis Group 80 Anschläge mit zahlreichen Opfern verübt worden. Bis vor kurzem richteten sich die Angreifer durchweg gegen Soldaten und staatliche Bedienstete, mittlerweile sind jedoch mehrfach Christen zum Ziel geworden – wie jetzt die entführten Geistlichen.

Burkina Faso wird bislang nicht auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors geführt.

Quellen: World Watch Monitor, Open Door


Über Open Doors

Open Doors ist als überkonfessionelles christliches Hilfswerk seit über 60 Jahren in mittlerweile rund 60 Ländern im Einsatz für verfolgte Christen. Jährlich veröffentlicht Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Derzeit leiden mehr als 200 Millionen Christen unter einem hohen Maß an Verfolgung. Projekte von Open Doors umfassen Hilfe zur Selbsthilfe, Ausbildung von christlichen Leitern, Engagement für Gefangene, Nothilfe und Trauma-Arbeit, die Bereitstellung von Bibeln und christlicher Literatur sowie die Unterstützung von Familien ermordeter Christen. Mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit informiert das Werk in Publikationen und mit Vorträgen über Christenverfolgung und ruft zu Gebet und Hilfe für verfolgte Christen auf.
Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.