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Wie oft soll ich am Tag beten?

Kennt ihr den Witz? Juliane hilft ihrer Mutter beim Salat waschen. Da fragt die Mutter: „Juliane, wie oft wäscht man eigentlich die Hände bevor man Essen zubereitet?“. Juliane wird ganz verlegen und denkt sich, dass ihre Mutter ihr nicht glaubt, dass sie zuvor die Hände gewaschen hat und antwortet: „Also, ich wasche die Hände immer zweimal! Zweimal, und beides Mal mit Wasser und Seife!“.

 

Sie hofft ihre Mutter beruhigt zu haben. Doch da kommt schon die Antwort: „Falsch! Hände werden gewaschen bis sie sauber sind. Es ist nicht die Häufigkeit, sondern die Gründlichkeit des Händewaschen, die zählt!“. Nach kurzer Denkpause hat es Juliane verstanden und beendet das Thema mit einem Schmunzeln und einem lauten: „Ha! Ha! Ha! Toller Witz, Mama.“, obwohl sie weiß, dass ihre Mutter Recht hat.

 

Mit dem Gebet ist das ganz ähnlich. Die Bibel hilft uns ein großes Missverständnis bezüglich des Gebets auszuräumen. Es kommt nicht allein auf die Häufigkeit des Gebets an, sondern auf die dazugehörige Herzenshaltung. Jesus erklärt uns den Unterschied in Matthäus 6, 7-15: Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, dass sie um ihres vielen Redens willen erhört werden. Seid ihnen nun nicht gleich! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet. Betet ihr nun so: Unser Vater, der in den Himmeln, geheiligt …(und hier kommt dann das ganze [Vater unser])“.

 

Das ist bestimmt auch dir schon mal passiert. Damit du endlich mal einen bestimmten Film im Fernsehen anschauen darfst, hast du auf deinen Vater eingeredet ohne Unterlass. Natürlich beginnst du erst bei deinem Alter, dann deine Intelligenz, weiter der schulische Nutzen von diesem Film und und und. Ohne Ende hast du Argumente aneinander gereiht, die zeigen sollen, dass du berechtigt bist den Film anzuschauen. Manchmal hast du dich in deinen eigenen Sätzen verwirrt. Egal! Hauptsache, dein Vater bekommt über die Menge an Gründen keine andere Chance als: Ja! zu sagen. Und plötzlich unterbricht dich dein Vater und fragt: „Hör auf zu plappern! Was willst du eigentlich? Film schauen oder plappern?“.

 

Wie auch unser Vater, so weiß Gott noch viel mehr, was wir benötigen bevor wir ihn bitten. Wir sind keine guten Beter, weil wir 8- mal oder sogar 20-mal am Tag beten. Es kommt Gott viel eher darauf an mit welcher Herzenshaltung wir beten. Meinen wir es ernst? Glauben wir, dass Gott uns hört und die Bitte erfüllen kann? Geben wir ihm allen Dank, weil er die Bitte erfüllt oder sind wir stolz auf uns, weil wir etwas bei Gott „rausgeschlagen“ haben? Sind wir wirklich dankbar für das Mittagessen, wenn wir sagen: „Jesus, segne diese Speise uns zur Kraft und dir zum Preise!“ ?

 

Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich in mein Gebet Sätze aufsage, bei denen ich denke, dass sie für ein „schönes Gebet“ dazu gehören. Aber sie kommen leider nicht von meinem Herzen, sondern aus meinem Plappermaul.

 

Kannst du das „Vater unser“ auswendig? Sage es mal auf und prüfe, ob da nicht ein Kind zu seinem Vater im vollen Vertrauen spricht, dass alles vom Vater kommt und er alles richtig machen wird. Sag das „Vater unser“ nochmal auf. So möchte Jesus, dass wir mit ihm und seinem Vater sprechen. Mit dieser Herzenshaltung gegenüber Gott können wir ihm alles 10-, 20.-, 100-, 1 Mio-mal im Gebet bringen. Es ist nicht zu wenig und nie zu oft! Denn Gott weiß es und hält sein Versprechen:

 

Lk 11,2-5 Er sprach aber zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme unser nötiges Brot gib uns täglich; und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns schuldig ist; und führe uns nicht in Versuchung. Lk 11,9-10 Und ich sage euch: Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden! Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird aufgetan werden.

 

Kornel.Mahler[at]lifebase.org

(aus Blättle Nr. 42)