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Rechnen wir noch mit der Wiederkunft Christi?

„Amen, ja, komm, Herr Jesus!“ (Offenbarung 22, 20b) 

Manfred Siebald singt in einem Lied: „Wir beten laut: Herr, komm doch wieder. Und denken leise: Jetzt noch nicht.“ Vielleicht hat es Zeiten gegeben, in denen die christliche Gemeinde laut gebetet hat: „Komm bald, Herr Jesu!“ Ich habe allerdings dieses Gebet in den letzten Jahren so gut wie überhaupt nicht mehr gehört. Dafür ist der leise Gedanke „jetzt noch nicht“ immer lauter geworden.

Unsere kurzfristigen Ziele in der Gemeinde sind so bestimmend geworden, dass eine Wiederkunft Jesu zum jetzigen Zeitpunkt fast undenkbar erscheint. Viele haben das Thema: „Wiederkunft Christi“ völlig abgehakt. Vielleicht machen wir uns zu wenig bewusst, dass Jesus Christus auf jeden Fall wiederkommen wird. Das große und letzte Ziel unseres Glaubens ist nicht die lebendige Gemeinde in meiner Stadt, sondern die vollendete Gemeinde in der Ewigkeit bei Gott. Dieses letzte große Ziel macht uns Jesus Christus möglich.

Es ist großartig, was in den letzten Jahren an lebendig wachsenden Gemeinden in unserem Land entstanden ist. Wir können nicht genug dafür danken, dass es trotz statistischem Rückgang der Christen in Europa wachsende Gemeinden gibt. In diesen Gemeinden finden wir in der Regel eine klare geistliche Zielsetzung. Ohne Ziele geht es nicht. Wer ein Ziel vor Augen hat, muss sich auf dieses Ziel einstellen, und das bedeutet, die Gegenwart so zu gestalten, dass man das Ziel erreicht. Dazu gehört Geduld und ein klares Bekenntnis zum Ziel. Wir reden zu wenig von der Wiederkunft Jesu, weil wir den Menschen nicht billig auf ein besseres Leben im Himmel vertrösten wollen. Unsere heutige Gesellschaft aber erwartet ein klares Bekenntnis zu den großen Zielen des christlichen Glaubens. Das Gebet: „Amen – Ja, komm, Herr Jesus!“ macht deutlich, dass wir von der starken Hoffnung einer neuen Welt und eines neuen Himmels leben. Es drückt die Sehnsucht aus, aller Zerrissenheit, Unvollkommenheit, aller Not des Menschen ein Ende zu bereiten. Diese Hoffnung gibt dem Christen die Kraft, seine Gegenwart mit den Konturen der neuen Welt zu versehen.

Lothar Velten (Kassel), Evangelist der Deutschen Zeltmission (idea 09.02.2007)