Nordkorea: Verhaftet wegen Kontakt zu Christen

Nachrichten aus der verfolgten Kirche - 16.06.2017

61-Jähriger nach Besuch bei christlichen Verwandten in China der Spionage angeklagt

(Open Doors, Kelkheim) – Nachdem er christliche Verwandte in China besucht hatte, wurde ein Nordkoreaner unter dem Vorwurf der Spionage verhaftet. Dies berichtete Radio Free Asia. Das nordkoreanische Regime betrachtet den christlichen Glauben als Bedrohung für die eigene Macht und bekämpft ihn deshalb auf das Härteste. Nordkorea steht seit Jahren auf Platz 1 des Weltverfolgungsindex von Open Doors.

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Hilfe von chinesischen Christen

Der 61-jährige Kim Seung Mo hatte Familienangehörige in der chinesischen Provinz Jilin an der Grenze zu Nordkorea besucht. Als er zurückkam, habe er seinen Nachbarn erzählt, dass seine Verwandten in eine Kirche gegangen seien und der Pastor dort gebrauchte Kleidung von den Gemeindemitgliedern für Kim Seung Mo gesammelt habe, wie eine Kontaktperson von Radio Free Asia berichtete. Es ist anzunehmen, dass jemand die staatlichen Behörden darüber informierte, woraufhin Kim Seung Mo am 3. Juni festgenommen wurde.

Angeklagt und misshandelt

Laut der Kontaktperson müssen sich alle Nordkoreaner, die nach China gereist sind, im Anschluss an ihre Rückkehr bei den Behörden melden und detailliert über ihren Aufenthalt im Nachbarland Bericht erstatten. Weil Kim Seung Mo den Kirchenbesuch seiner Verwandten und die Hilfe des Pastors verschwiegen habe, sei er der Spionage angeklagt worden. Offensichtlich wurde er außerdem körperlich misshandelt – Augenzeugen berichten von Blutergüssen im Gesicht, aufgesprungenen Lippen und einer mutmaßlichen Verletzung am Bein.

US-amerikanischer Student freigelassen

Immer wieder werden in Nordkorea auch Ausländer inhaftiert, die auf irgendeine Weise mit dem christlichen Glauben in Verbindung stehen. Erst vor wenigen Wochen wurden zwei koreanisch-amerikanische Gastdozenten an der Pyongyang University of Science and Technology verhaftet, als sie das Land wieder verlassen wollten. Die beiden Christen waren in humanitäre Hilfsprojekte involviert. Der US-amerikanische Student Otto Warmbier, der im Januar 2016 verhaftet und später zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war, wurde nun freigelassen. Man hatte ihm vorgeworfen, er habe im Auftrag einer Kirche in seiner Heimat ein Propagandaplakat aus seinem Hotel in Pjöngjang stehlen wollen. Der 22-Jährige wurde nun zu seiner Familie zurückgebracht. Sein Gesundheitszustand ist allerdings äußerst kritisch, er liegt im Koma.

Quelle: World Watch Monitor, Open Doors

 


Über Open Doors

Nach einer neuen Einschätzung leiden mehr als 200 Millionen Christen unter einem hohen Maß an Verfolgung. Open Doors ist als überkonfessionelles christliches Hilfswerk seit über 60 Jahren in rund 60 Ländern im Einsatz für verfolgte Christen. Jährlich veröffentlicht Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Projekte von Open Doors umfassen Hilfe zur Selbsthilfe, Ausbildung von christlichen Leitern, Engagement für Gefangene, Nothilfe und Trauma-Arbeit, die Bereitstellung von Bibeln und christlicher Literatur sowie die Unterstützung von Familien ermordeter Christen. Mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit informiert das Werk in Publikationen und mit Vorträgen über Christenverfolgung und ruft zu Gebet und Hilfe für verfolgte Christen auf.
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