Äthiopien: Haus zerstört aus Hass auf Christen

Islamische Dorfbewohner drangsalieren Witwe und ihren Sohn

(Open Doors, Kelkheim) – Am 4. März zerstörten Mitglieder eines muslimischen Stammes die Existenz einer christlichen Witwe und ihres Sohnes. Gegenüber Mitarbeitern von Open Doors sagte sie: „Ich danke dem Herrn, dass er unser Leben verschont hat. Wir beklagen uns nicht über den Verlust materieller Dinge.“

Leiche des Mannes ausgegraben

Dass Tutu* und ihr Ehemann Haile* den Islam verließen und Christen wurden, brachte ihnen von Anfang an Probleme ein. Als Haile vor eineinhalb Jahren starb, gruben die muslimischen Dorfbewohner seinen toten Körper aus Wut über den Glaubenswechsel des Paares wieder aus und warfen ihn an den Straßenrand. Lokale Behörden griffen daraufhin zwar ein, aber es dauerte sehr lange, bis Tutu und ihr Sohn Biruk* das Trauma überwunden hatten. Im Januar dieses Jahres wurde Biruk von einem Mann aus dem Dorf bedroht. Er kündigte weitere Schwierigkeiten an, wenn Biruk und Tutu nicht zum Islam zurückkehrten.

Beinahe gesamter Besitz verbrannt

Aus dieser Drohung wurde Wirklichkeit, als einige Dorfbewohner am Abend des 4. März Tutus Haus anzündeten. Das Feuer verzehrte bis auf ein Zimmer das gesamte Gebäude. Dadurch verloren die beiden Christen den Großteil ihres Besitzes, Kleidung, Einrichtung, Bargeld und Nahrungsmittel. Open Doors hat sie dabei unterstützt, neue Lebensmittelvorräte anzulegen, und wird den beiden weiterhin helfen, wieder Fuß zu fassen.

Tutu in dem einzigen Raum ihres Hauses, der vom Feuer verschont geblieben ist.
Bild: Tutu in dem einzigen Raum ihres Hauses, der vom Feuer verschont geblieben ist

Stammeskultur und islamische Prägung

Tutu und Biruk wohnen im Südwesten des Landes, der vom Islam dominiert wird. Hier herrscht außerdem eine strenge Stammeskultur, die dem christlichen Glauben generell feindselig gegenübersteht. Wer sich in diesem Umfeld entscheidet Christ zu werden, muss mit besonders hohem Druck aus dem unmittelbaren gesellschaftlichen Umfeld rechnen.

Insgesamt hat der Druck auf Christen in Äthiopien zwar im letzten Jahr etwas nachgelassen, bleibt aber weiterhin hoch. Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors nimmt Äthiopien den 22. Platz ein.

*Name geändert


Über Open Doors

Nach einer neuen Einschätzung leiden mehr als 200 Millionen Christen unter einem hohen Maß an Verfolgung. Open Doors ist als überkonfessionelles christliches Hilfswerk seit über 60 Jahren in rund 60 Ländern im Einsatz für verfolgte Christen. Jährlich veröffentlicht Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Projekte von Open Doors umfassen Hilfe zur Selbsthilfe, Ausbildung von christlichen Leitern, Engagement für Gefangene, Nothilfe und Trauma-Arbeit, die Bereitstellung von Bibeln und christlicher Literatur sowie die Unterstützung von Familien ermordeter Christen. Mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit informiert das Werk in Publikationen und mit Vorträgen über Christenverfolgung und ruft zu Gebet und Hilfe für verfolgte Christen auf.
Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.

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